Aktuelle Termine und Neuigkeiten:



Hardorp-Interview – hier


Die Frage, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen finanziert werden soll, ist für Sie also nachrangig?

Hardorp: Natürlich. Unsere Leistungsfähigkeit ist entscheidend – und die ist da. Die Finanzierung folgt dem Willen zur Leistung. Unser Einkommen ist letztlich immer Realeinkommen – und besteht in dem, was Andere für uns tun. Geld ist lediglich ein sinnvoller Zwischenwert als Zuteilungsmittel für diese realen Leistungen Anderer. Geld kann man «zaubern», Brot muss gebacken werden!

 


Der Sonntag, 13. Oktober 2013


Interviewer:
Jede Diskussion [zum Grundeinkommen] landet irgendwann bei der Frage nach der Finanzierung. Was ist Ihre Antwort?

Daniel Häni:
Das Grundeinkommen ist nominal weitgehend finanziert. Es bedeutet nicht mehr Geld für die Menschen – es geht darum, dass man den Teil vom Einkommen, den man ohnehin zum Leben braucht und heute schon hat, von unsinnigen Bedingungen befreit. Die wirkliche Finanzierungsfrage ist, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen unsere Gesellschaft produktiver macht oder eben nicht – quantitativ und auch qualitativ. Darüber können wir debattieren.

 


Wir brauchen eine andere Gesellschaft


Wonach riecht es in Deutschland?

Götz Werner:
Es riecht nach Veränderung, weil viele Menschen merken, dass es im Sozialen so
nicht weitergeht. Der Mensch lernt durch Einsicht oder Katastrophen. Entweder
man sieht es ein, oder es knallt.

Götz Werner Interview in der Wiener Zeitung

 


Leben heute


«Das Ziel der Lebensgestaltung besteht aber darin, Herr des eigenen Lebens zu sein, das heißt, seiner intrinsischen Motivation zu folgen. Es geht darum, etwas zu tun, weil man den Sinn der Sache erkennt – und nicht darum, etwas wegen des Geldes, auf das man angewiesen ist, zu tun. Wenn jemand einen Arbeitsplatz hat, dann sollte er die Arbeit machen, weil er will und nicht, weil er soll, beziehungsweise, weil andere es wollen.»

Prof. Götz W. Werner in: Gespräche über Kreativität. Philosophische Annäherungen an ein subjektives Phänomen. Von Christian Julmi

 


Susanne Wiest in Offenburg



Frage sinngemäß. Was hat sich für dich durch die Beschäftigung mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen in deinem Leben geändert?

Was sich in mir geändert hat, ist das Bewusstsein, dass ich verantwortlich bin für unser Gemeinwesen. Dass ich nicht mehr da sitzen möchte, und sagen, na ich warte mal, eine von fünf Lösungen, die mir jetzt da vor der Nase rumtanzen, dass ich sage, die (eine) gefällt mir am besten, aber so richtig auch nicht.
Also diese Haltung ist verschwunden. Stattdessen begreife ich mich jetzt als verantwortliche Bürgerin und erlebe die Gestaltungskraft, die ich habe und die jeder von uns hat.

Was kann man tun. Was ist Grundeinkommens-Arbeit?

Ich informiere andere Bürger und versuche eben nicht über die Grenzen meiner Person hinauszugehen in dieser Information, so das ein anderer sich das in Ruhe anschauen kann, überlegen und selbst entscheiden kann, gefällt mir das oder gefällt mir das nicht.



 


Düsseldorf, Berger Kirche



Omnibus Tour

Johannes Stüttgen, 30.03.12
Fremdbestimmte Arbeit ist ein Elend, weil sie den Freiheitsbegriff auf die Freizeit abschiebt.
Der Freiheitsbegriff gehört aber in den Arbeitsbegriff hinein.

Der Mensch stößt auf seine eigenen Bestimmungsgründe, die er umsetzen kann in Arbeit.
Die künstlerische Arbeit ist eine bedingungslose Hingabe an das Werk.

Die Gemeinschaft, die uns in unserer Kreativität will, muss erst entwickelt werden. Sie ist ein Arbeitsziel.



Stüttgen



Götz Werner
Ich bin auf der Welt, um die Welt zu verändern, meine Fähigkeiten einzubringen, um die Welt zu verändern.
Wie findet man sein Glück? In dem man etwas tut was einem entspricht.
Wir sind Sinnsuchende. Wie können wir Rahmenbedingungen schaffen, damit sich uns, dem Einzelnen, der Sinn enthüllt.
Die Aufgabe für uns wäre Verhältnisse zu schaffen, das der Mensch ein sich selbst bestimmendes, sich selbst orientierendes Wesen wird.
Die Utopie von heute ist die Realität von morgen.

 


Götz Werner in der „Katholischen Akademie in Bayern“

 

Werner:

Das Bedingungslose Grundeinkommen ist nicht mehr die Idee des Bismarckchen Familienstaates, sondern es ist die Idee eines freiheitlichen Staates von Individuen, die eigenverantwortlich und selbstbestimmt ihr Leben gestalten.





2006 in Frankfurt

 






Grundlagenwissen Bedingungsloses Grundeinkommen


Zum Bedingungslosen Grundeinkommen. Umfassender und sehr verständlicher Vortrag von Ralph Boes, Berlin.

Eine schriftliche Zusammenfassung des Vortrags: Hier




Weitere Themen:

 

  • Interview mit Götz Werner (12/2011) unter anderem zu der Frage, für was zahlt man, wenn man ein Produkt kauft.

 

  • Interview mit Sascha Liebermann und Theo Wehner über das Bedingungslose Grundeinkommen in der ZEIT-ONLINE.

 

  • Ein Beitrag in Die Presse zur „… hysterischen Überbewertung der Erwerbsarbeit“.

    Ein Recht ermächtigt, Fürsorge hingegen schafft Angewiesenheit.

    Ein rechtlich garantiertes Grundeinkommen wäre durchaus ein zeitgemäßes Äquivalent zum Rechtsstatus des bürgerlichen Privateigentums.

  • Lesenswerter Beitrag zur Finanzkrise und die Rolle der Geschäftsbanken, in der FAZ.

 

 




FotografIn: centsprent

Staatsverschuldung und Staatsanleihen – Wo kommt das Geld her?

Unser Geldsystem braucht beständig eine Menge Geld, die die aktuelle Wirtschaftsleistung spiegelt und die Warentauschvorgänge ermöglicht. Wer bringt das Geld in Umlauf, und in welcher Form? Viele Menschen glauben, es sei »Omas Spargroschen«, der da als »Kredit« durch die Geschäftsbanken in die Welt gebracht wird. Aber was würde es für die Schuldenkrise, für die Bankenkrisen bedeuten, wenn das Geld »einfach so«, per Buchungsvorgang in die Welt kommt? – Welche Konsequenzen bringt diese Erkenntnis?

Müssen wir uns da überhaupt noch Sorgen machen, wegen der Staatsverschuldung?

Nachfolgender Beitrag als PDF, hier.



Geldschöpfung aus dem Nichts – gibts.
Hier einige Aussagen, die diese Annahme bestätigen:

    Im Artikel in Wikipedia [1] über den Wirtschaftskreislauf steht:

    In klassischen Lehren wird es oft so dargestellt, dass von Banken verwaltete Sparguthaben an Wirtschaftssubjekte in Form von Krediten verliehen werden. Das ist tatsächlich so aber nicht der Fall. Kreditvergabe benötigt in der Bankbilanz keine Gegenposition in Form von Spareinlagen. Buchgeld wird per Kreditvergabe neu geschaffen.

Die Deutsche Bundesbank sagt [2]:

Seite 72:
In der Regel gewährt die Geschäftsbank einem Kunden einen Kredit und schreibt ihm den entsprechenden Betrag auf dessen Girokonto als Sichteinlage gut. Wird einem Kunden ein Kredit über 1.000 Euro gewährt (z. B. Laufzeit 5 Jahre, 5 % p.a.), erhöht sich die Sichteinlage des Kunden auf seinem Girokonto um 1.000 Euro. Es ist Buchgeld entstanden oder es wurden 1.000 Euro Buchgeld geschaffen: Die Buchgeldschöpfung ist also ein Buchungsvorgang.

Seite 52: Buchgeld ist Geld, aber kein gesetzliches Zahlungsmittel

    Bei Joseph Huber [3] findet man diese Aussagen:

    S.21
    Die Banken räumen verschiedenen ihrer Kunden Kredite … ein. Die meisten Menschen denken, die Banken verleihen dafür das Geld, das sie haben, in diesem Fall ihre Reserven … Auch fast alle Lehrbücher tun so als ob dem so wäre. Damit ist ein fehlerhaftes Verständnis der Funktionsweise des Geldsystems angelegt. Denn eine Bank verleiht Kunden keine Reserven. Sie stellt vielmehr per zusätzlichem Bucheintrag Kredit aus. ……….. Die Mittel werden als Giroguthaben zur Verfügung der Kunden bereitgestellt. Die Banken müssen damit rechnen, dass diese Verbindlichkeit jederzeit, also täglich fällig wird, indem die Kunden diese Guthaben bar abheben oder unbar anderswohin überweisen.

Udo Herrmannstorfer [4] zur Geldschöpfung:

S.133, 134
Inzwischen hat sich auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass neues Geld nur auf dem Kreditwege, also auf der Leihgeldebene, in das Wirtschaftsleben eintreten darf. Denn dadurch wird nicht nur Kaufkraft in Umlauf gesetzt, sondern gleichzeitig auch der Prozess zu einer äquivalenten Produkterzeugung angefacht, so dass nicht wie früher die Einseitigkeit der Inflation entsteht, sondern ein neues Gleichgewicht auf höherer Versorgungsebene. Die Möglichkeit, nun die Notenpresse in Gang setzen zu können, weist auf die neu entstehende Frage hin: Wie viel Kredit und damit Geld kann und darf in die Wirtschaft fließen und wie soll das entschieden werden? Die Entwicklung zum bargeldlosen Zahlungsverkehr hat diese Frage noch verschärft. Konnten früher Banken nur Geld verleihen, das bei ihnen für eine bestimmte Zeit dem Geldumlauf entzogen war (Spargeld), so führt bargeldloser Zahlungsverkehr dazu, dass auch das umlaufende Geld physisch nie die Bank verlässt. Jeder «Auszahlung» entspricht dann eine «Einzahlung». Damit wird das Kreditvolumen geldtechnisch grenzenlos.

    Helmut Creutz [5] formuliert die Situation so:

    Das heißt, alle Guthaben, auch die Sichtguthaben, sind niemals Geld, sondern immer nur die Buchung einer Überlassung von Geld an eine Bank! Daran ändert auch nichts die heute den Sichtguthaben-Besitzern eingeräumte Möglichkeit, Bestandteile ihrer Guthaben für Zahlungszwecke an Dritte zu übertragen! Also jene Vorgänge, die zwar den Zahlern die Abhebung von Geld und den Empfängern die Wiedereinzahlung ersparen, aber an der Höhe der Gesamtbestände nichts verändern! Eine Zusammenfassung von Geld und Sichtguthaben ist also allenfalls unter dem Begriff „Zahlungsmittel” denkbar, nicht aber unter dem Begriff „Geld”!

    Genau so wenig wie sich also mit den laufend wiederholbaren Geldausgaben in den Läden die Geldmenge vermehrt, so wenig ist das auch bei den laufend wiederholbaren Geldausleihungen an die Banken und deren Rückführung über Kredite in die Wirtschaft der Fall! – Was sich dabei alleine vermehrt, sind immer nur die addierten Ergebnisse von Vorgängen mit Geld, aber nie die dabei benutzte Geldmenge.

[1]
Wirtschaftskreislauf – http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftskreislauf
[2]
Geld und Geldpolitik – Schülerbuch für die Sekundarstufe II

http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Schule_und_Bildung/Unterrichtsmaterialien/Sekundarstufe_2/sekundarstufe_2.html
[3]
Joseph Huber – Monetäre Modernisierung; 2. Auflage 2011
[4]
Udo Herrmannstorfer – Schein-Marktwirtschaft; 2. Auflage 1992
[5]
Aussagen von Herrn Helmut Creutz zur Geldschöpfung im Text »Vollgeld – Zur Kontroverse über das Thema Geldschöpfung in öffentliche Hand«



Thomas Oberhäuser

Die Keimkräfte der sozialen Dreigliederung und ihre Pflege – Christof Lindenau

Bedingungsloses Grundeinkommen

Christof Lindenau hat 1983 das Bedingungslose Grundeinkommen recht vollständig beschrieben. Seine Ausführungen sind darüber hinaus um ein Vielfaches konkreter als manche aktuelle Beschreibung der anstehenden Aufgaben, die wir Menschen vor uns haben.

Die Erkenntnis einer gemeinschaftlichen Perspektive muss sich gegenüber der egoistischen, selbstzentrierten Weltsicht durchsetzen. Nicht Machtausübung zu Lasten anderer, sondern die Gesellschaft als eine in Korporation gestaltete Gemeinschaft erkennen und sich entsprechend einbringen, ist die Aufgabe.
Zwar wirken die Gesetzmäßigkeiten auch ohne unsere Erkenntnis (die soziale Dreigliederung wirkt auch ohne unser Zutun), doch ist eine bewusste Beachtung und Befolgung der Gesetzmäßigkeiten von umfänglicher und direkter Konsequenz.

Vollständiger Text als PDF hier







Rudolf Steiner und das Bedingungslose Grundeinkommen

Die Grundeinkommens-Idee in den „Kernpunkten der sozialen Frage“

Eine Betrachtung




bGE und Migration