Viktor E. Frankl – Der Sinn des Lebens


Viktor Frankl war im KZ Auschwitz interniert. In seinem Buch „… trotzdem Ja zum Leben sagen“ schreibt er unter dem Eindruck dieser Erfahrungen über den Sinn des Lebens.

Die NS-Gesellschaft bedeutete, die bis dahin entstandenen sozialen Regeln und Systeme zu entwerten, zu „vernichten“, für ungültig zu erklären und so auch mit vielen Menschen zu verfahren. (58,83)

Die Handlungen des KZ-Personals sieht er unter dem Aspekt der Entwertung „menschlichen Lebens und der Würde menschlicher Personen“. Der Lagerinsasse ist kein „geistiges Wesen mit innerer Freiheit und persönlichem Wert“ mehr. Es entsteht der Eindruck einer „radikalen Wertlosigkeit des Menschenlebens“. (88) Die Vorgänge sind eine „Mißachtung der Existenz menschlicher Individuen“ und gehen einher mit dem „Verlust des Gefühls, noch menschliches Subjekt zu sein.(89)

Die Frage ist, wie sich der Mensch bei äußerlich erzwungenen Einschränkungen und in Momenten großen Leids sich einstellt. Die geistige Freiheit läßt ihm auch da Gelegenheit, sein Leben sinnvoll zu gestalten. Diese Möglichkeit hat er bis zu seinem letzten Atemzug. (109)

Not und Tod, auch das Leiden, gehören zum Leben dazu und haben auch Sinn. (110)

Das, was der Mensch durchlebt, ist Teil seines Lebens, ist seine Aufgabe. Die Aufgaben ergeben sich für jeden Menschen anders, aus dem jeweiligen Schicksal des Einzelnen. (125) Nicht „man selbst erwartet was vom Leben“, sondern „das Leben erwartet etwas von einem“ gilt. Jeder Mensch hat seine Aufgabe und ist unersetzlich für diese. Diese spezielle Aufgabe kennt nur der Mensch für sich, jeder Mensch für sich. (128) Der Mensch ist das Wesen, das entscheidet was es ist. (138)

Im normalen Leben lebt der Mensch „auf die Zukunft hin“ und kann nur unter dem Gesichtswinkel einer Zukunft überhaupt existieren. (119) Ist ihm dies nicht möglich, kommt es zu inneren Zerfallserscheinungen. Dieses Phänomen kann man zum Beispiel bei Arbeitslosen beobachten. Oder eben in Gefangenenlagern mit Menschen ohne Perspektive. (115)

Nietsche-Zitat: „Wer ein Warum im Leben hat, erträgt fast jedes Wie.“ Warum, für was lebe ich, ist entscheidender als der Umstand, wie ich lebe. (124)

Das Leben fragt uns nach der rechten Tat. Nicht grübeln oder reden ist das Wichtige. Richtiges Verhalten und Handeln ist von uns gefordert. Leben heißt Verantwortung tragen für die rechte Beantwortung der Lebensfragen. (125)

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