Ralph Boes Vortragsvideos (Krefeld) – Hier eine schriftliche Zusammenfassung


Link zu den Videos:

bge-krefeld.de Ralph Boes 11.10.2011 Teil 1.mp4
bge-krefeld.de Ralph Boes 11.10.2011 Teil 2.mp4





“Bei einem Grundeinkommen ginge keiner mehr arbeiten.” Diese Aussage betrifft nur den Niedriglohnsektor,

da der Arbeitslohn in etwa in Höhe eines zu zahlenden Grundeinkommens wäre. Der Niedriglohnsektor wird durch das bGE befreit zu arbeiten.

Die Wirtschaft müsste nach Einführung eines Bedingungsloses Grundeinkommen um diese potentiellen Arbeitnehmer werben. Motivierend für eine Arbeitsaufnahme ist:

Arbeitsmotiviation

Die Arbeit muss stimmen (seelischer Aspekt)

Das Geld muss stimmen (physischer Aspekt)

Der Sinn muss stimmen (geistiger Aspekt)

Zwischen diesen Bereichen muss ein Ausgleich geschaffen werden.





Besonders wichtig im Niedriglohnsektor:

Mit dem bGE werden die Dinge bezahlt, die notwendig sind für die Existenzsicherung. Zusätzlich zum bGE verdientes Geld ist “mein Geld”. Ich kann es für die Dinge ausgeben, die mir wichtig sind, ich kann es für meine Interessen verwenden. Dies führt zu einer verstärkten Motivation, auch gegen kleines Entgelt arbeiten zu wollen. Vom ersten Cent an ist es für meine Interessen verwendbar.

“Es ist meine Arbeit, es ist mein Geld.”





Die Lohndiskussion wird nach Einführung eines bGE an Bedeutung verlieren. Zu hohe Löhne können existenzgefährdend für Unternehmen sein, eine unterschiedliche Gewinnverteilung jedoch nicht. Es wird mehr um Gewinnverteilung gehen. Unternehmen müssen diesbezüglich in Zukunft transparent sein, auch auf der Sinnebene. “Sonst gehe ich da als Mitarbeiter nicht hin.”

Die Zukunft der Arbeit: Keine Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnisse mehr, sondern, “Hier ist ein Projekt, dies und das ist zu tun, wer hilft mit.”





bGE meint, statt das “Recht auf Arbeit”, das “Recht auf Existenz

Menschenrecht auf Existenz

angemessenes sozio-kulturelles bescheidenes Leben = bGE

“Grundeinkommen eröffnet einem den Weg sich zu interessieren für den Rest.” -> Geldsystem, Finanzwesen, Direkte Demokratie, Wirtschaftsabläufe, Staatswesen, Gemeinwesen, Gesellschaft, Bürgerbeteiligung, Politik, ….





Schlechter Lohn auffüllen bis Hartz4 (Kombilohn-Modell)

Ein meine Lebensverhältnisse absicherndes Einkommen (bGE)
bGE ist kein Kombilohn-Modell, sondern ein Kombi-Einkommen.







Volkswirtschaftlich muss das Grundeinkommen Null auf Null in die bestehenden Löhne einfließen. Das heißt es ersetzt den bisherigen Lohn ganz oder zu einem gewissen Teil. Wenn der Lohn ganz ersetzt wird, stellt der Lohn “nach Grundeinkommen” einen Zusatzverdienst dar (Kombi-Einkommen). Die Einkommen “nach Grundeinkommen” sind Verhandlungssache zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.






Nach Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommen “bin ich als Arbeitnehmer König”. Ich “verschenke oder vergebe in freier Weise meine Arbeitskraft”. Der Arbeitgeber hat dann hochmotiviertes Personal.

Und besonders im Niedriglohnsektor gilt dann: Das Volk hat Kaufkraft. Der Niedriglohnsektor hat mehr Geld.

Dienstleistungen können unglaublich viel billiger werden durch Bedingungsloses Grundeinkommen, da die Lohnkosten sinken (ohne das der Einkommensempfänger Einbußen hat). Der Volkskonsum geht alsdann stärker in die Dienstleistungen, in der Produktion sind überwiegend Maschinen tätig. Pflege, Kinderbetreuung, Bildung, Umweltschutz, Kultur werden viel stärker nachgefragt.
Man kann jetzt erst richtig helfen, wenn die Dienstleistungen billiger werden. Der bGE-Empfänger wird nicht “mit Geld abgespeist und im Stich gelassen”, wie manche Kritiker behaupten, sondern durch ein bGE wird Sozialarbeit endlich in großem Umfange erst möglich, weil der Sozialarbeiter auch für 500€ arbeiten kann, ohne Lohneinbußen zu haben.

Mehrbedarf wird weiterhin auf Überprüfung der Sachlage zusätzlich zum bGE gewährt, zum Beispiel bei Behinderungen etc.
Rente kann sich jeder ansparen und bekommt diese dann zusätzlich zum bGE ausbezahlt.
Krankenkasse wird als Teilbetrag vom bGE in Teilen der bGE-Bewegung diskutiert. Zum Beispiel 70€ pro Person.

Grundeinkommen ist die Ermöglichung der Mündigkeit.

Internationalität des bGE
Grundeinkommen ist von vornherein international gedacht, ist ein Menschenrecht, wie die anderen Menschenrechte auch.
Es kommt auf den Freiheitswert an, nicht auf die nominale Höhe (die Höhe des Grundeinkommens in unterschiedlichen Ländern). Die Höhe des bGE wäre an den Wohnort gekoppelt. Etwa in Rumänien 400€, in BRD vielleicht 1000€, je nach Lebenshaltungskosten.
Die Höhe des Grundeinkommens muss aus der politischen Verfügung herausgenommen werden. Eine unabhängige öffentliche Institution, sie könnte Alimentative genannt werden, aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen und Schichten zusammengesetzt, legt die Höhe des bGE fest und passt die Höhe immer wieder aktuell an, an die tatsächlichen Kosten für existenzsichernde Güter. Weiterhin muss die Legislative (Gesetzgebung) einschreiten, wenn im existenzsichernden Bereich (Energie, Wohnen) Wucherpreise am Markt verlangt werden. Stichworte sind Preisbindung, Kartellämter, Schiedsgerichte, Sozialbindung.






Link zum Video:

bge-krefeld.de Ralph Boes 11.10.2011 Teil 3, Brandbrief.mp4





Wie finanziert man das bGE:

Zum Beispiel 960 Milliarden Euro (1200€ bei 80 Millionen EinwohnerInnen)

Schäuble: Dieses Land gibt im Jahr eine Billionen Euro für Sozialleistungen aus.

Wie schafft man das, sich so in die Welt zu stellen, dass es gar nicht anders geht (nämlich das Grundeinkommen einzuführen).

MENSCHENRECHTE

Deutschland: Der einzige Staat, dessen Verfassung auf das Wohl des Einzelmenschen zielt.

Alle anderen Staaten (Verfassungen) wollen das Wohl des Volkes. Aber wer auf das Wohl des Volkes abzielt, kann Menschen ausschliessen, in dem gesagt wird, diese und jene gehören nicht zum „Volk“.

Deutschland: Die Menschenwürde ist unantastbar, sie zu schützen und zu achten ist Aufgabe a l l e r staatlichen Gewalt.

Alle weiteren Gesetze müssen i m m e r diesem ersten Gesetz gemäß gestaltet sein, dürfen dieses Gesetz nicht verletzen.

Sinn der Verfassung ist, den Bürger zu befähigen sich jeglicher staatlicher Bevormundung zu widersetzen. (Aus der Erfahrung des Dritten Reiches entstanden)

In Krisenzeiten muss der Staat an dieses (erste) Gesetz erinnert werden.

Wir a l l e haben die Aufgabe, den Staat daran zu erinnern, dass es um nichts anderes geht, als die Menschenwürde zu schützen. Und das tut der Staat in diesem Moment direkt dadurch, dass er allen Menschen das Geld gibt, dass sie zum Überleben brauchen. Dadurch wird auch die Wirtschaft gestützt, denn diese brauchen wir (zur Bereitstellung der lebensnotwendigen Güter und Dienstleistungen!).

Das Grundeinkommen auszahlen als Menschenrecht, zum Schutz der Menschwürde! Als Lösung der sozialen Frage, als Bindung an die Verfassung.

Es ist dagegen nicht Aufgabe des Staates, die Gläubiger zu schützen.

Wenn es jetzt in Griechenland ein Grundeinkommen gäbe, könnten die Menschen damit was anfangen.

Mit einem Grundeinkommen werden Notlagen direkt und ohne Umwege beendet.

Beispiel Fukushima-Opfer, die in Turnhallen not-untergebracht sind und kein Geld haben. Mit einem Grundeinkommen könnten diese sich sofort woanders ansiedeln.





Viktor Frankl

Logotherapie

Der Sinn des Lebens


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